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Lerchl wieder vor Gericht gescheitert

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23.02.2017

Eine Bankrotterklärung
Alexander Lerchl ist vor Gericht ein weiteres Mal gescheitert.
Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Alexander Lerchl hat in seiner bis 2008 zurückreichenden Kampagne die Ergebnisse der REFLEX-Studie, die mit den Vorstellungen von Politik und Mobilfunkindustrie nicht in Einklang zu bringen sind, bei vielen Gelegenheiten als fabriziert, zusammenphantasiert oder sonst wie gefälscht verleumdet. Die ehemalige technische Assistentin Elisabeth Kratochvil, die in Österreich - mit dem Stigma einer Betrügerin behaftet - keine ihren Fähigkeiten entsprechende Anstellung mehr fand, hat er damit um ihr Lebensglück gebracht. Erst 2015 wurde er dafür vom Landgericht Hamburg wegen Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte und ihrer Ehre verurteilt, weil er nicht imstande war, seine erfundene Fälschungsbehauptung unter Beweis zu stellen. Dass Alexander Lerchl seine Angriffe auf die REFLEX-Studie auch nach seiner Niederlage vor Gericht noch fortsetzt, kann wohl nur als Akt der Verzweiflung verstanden werden. Offensichtlich ist ihm nach seinem bisherigen beispiellosen Einsatz für die Interessen der Mobilfunkindustrie, der zwar äußerst förderlich für seine berufliche Karriere gewesen sein dürfte, ihn aber den Verlust seiner Glaubwürdigkeit kostete, die Rückkehr zur Vernunft versperrt. Sein Ansehen als Mensch und Wissenschaftler dürfte er mit seiner jetzigen Bankrotterklärung so schwer beschädigt haben, dass jede Organisation, die weiter mit ihm zusammenarbeiten möchte, sich auch selbst beschädigt.

Alexander Lerchl hat beim Landgericht Bremen die gegen mich gerichtete einstweilige Verfügung offensichtlich in völliger Verkennung der von ihm selbst geschaffenen Realitäten beantragt. Um den Mangel an Fakten, die er benötigt hätte, um das Gericht davon zu überzeugen, dass ihm Unrecht geschehen sei, auszugleichen, legte er ihm stattdessen eine eidesstattliche Versicherung vor, die nachweislich falsch ist. Eine unwahre eidesstattliche Versicherung stellt jedoch eine Straftat dar, die mit einer Freiheits- oder Geldstrafe geahndet werden kann. Die Behauptung, er führe keine Verleumdungskampagne gegen die REFLEX-Studie und habe auch nicht die Geschichte erfunden, dass die im Rahmen dieser Studie zu Tage getretenen Ergebnisse gefälscht seien, klingt schon angesichts der wenigen in diesem Bericht erwähnten Tatsachen geradezu grotesk. In Wirklichkeit machen diese jedoch nur einen Bruchteil dessen aus, was er sich bei seinem Vorgehen gegen die REFLEX-Ergebnisse sonst noch zu Schulden kommen ließ. Von großem Interesse sind deshalb die Schlussfolgerungen, die Mobilfunkindustrie und Politik als Alexander Lerchls bisherige Förderer aus seinem persönlichem Fiasko ziehen werden.

Der Missbrauch der Wissenschaft durch das Strahlungskartell bestand von Anfang darin, dass es sich für seine Zwecke geeignete Wissenschaftler auswählte, sie reichlich mit Forschungsmitteln ausstattete und bei Bewährung mit Unterstützung staatlicher Behörden für ihr privates und berufliches Fortkommen sorgte. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts gelang es dem Strahlungskartell auf diese Weise, das Primat der Strahlenforschung weitgehend an sich zu reißen und damit in der Politik seiner Sicht der Dinge Geltung zu verschaffen. Mit den Ergebnissen der unabhängigen Forschung, die am gesundheitlichen Risiko der Bevölkerung durch die Mobilfunkstrahlung kaum noch Zweifel aufkommen lassen, war dieser Phalanx aus wirtschaftlicher und politischer Macht bis heute kaum beizukommen. Dringend erforderlich wäre es, die Strahlentechnologie sobald wie möglich dem menschlichen Organismus anzupassen, weil der umgekehrte Weg nicht möglich ist. Zu befürchten steht jedoch, dass diese Erkenntnis, der sich das Strahlungskartell bis heute verweigert sich, noch lange folgenlos bleibt, zumal die unabhängige Forschung von der staatlichen Förderung weitgehend ausgeschlossenen ist. Was bei dieser Sachlage not tut, ist die rücksichtslose Aufklärung der Öffentlichkeit darüber, dass ihr die tatsächlichen Risiken der Hochfrequenzstrahlung von Industrie und Politik bis heute verschwiegen werden und dass dies mit Methoden geschieht, die schwerlich noch als legal zu bezeichnen sind. Wie weit man dabei zu gehen bereit ist, ergibt sich beispielhaft aus Alexander Lerchls jetziger Bankrotterklärung.

Gelegentlich muss man dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel, der übrigens Alexander Lerchl bei seiner Kampagne gegen die REFLEX-Studie massiv unterstützt hat, wohl zustimmen, wenn er - wie vor einigen Tagen in einem anderen Zusammenhang geschehen - feststellt: Freiheit in einem modernen Staat wird nicht durch Zwang und Gewalt bedroht, sondern durch den langsamen demoralisierenden Prozess von Korruption und Betrug.