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Prof. Leszczynskis Kritik an der WHO

29.03.2017

Einführung zu Professor Dariusz Leszczynskis Kritik an der geplanten Veröffentlichung der Umwelt- und Gesundheitskriterien der WHO für hochfrequente elektromagnetische Felder

Ob Versagen oder Absicht, die Umwelt- und Gesundheitskriterien der WHO
werden offensichtlich erst veröffentlicht, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

Franz Adlkofer, Stiftung Pandora

Professor Dariusz Leszczynski hat als international anerkannter Experte im Bereich der Mobilfunkforschung die seit Jahren laufenden Bemühungen der WHO bei der Erstellung von Umwelt- und Gesundheitskriterien für den Umgang mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern einer begründeten Kritik unterzogen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die WHO für dieses Dokument nur den Namen zur Verfügung stellt, der Inhalt jedoch von der Internationalen Kommission zum Schutze vor nicht-ionisierenden Strahlen (ICNIRP) vorgegeben wird. Die ICNIRP ist ein der Mobilfunkindustrie nahestehender privater Verein, der sich anmaßt, darüber zu entscheiden, was im Bereich der Mobilfunkforschung gesichertes Wissen ist und was nicht. Das vorgesehene Dokument, das 2018 oder 2019 publiziert werden soll und damit seit 10 Jahren überfällig ist, wird zum Zeitpunkt der Publikation weitgehend bedeutungslos sein, weil die Technologien (G3 und G4), die darin behandelt werden, durch eine völlig anders geartete Mobilfunkgeneration (G5) dann gerade ersetzt werden.

Die revolutionäre G5-Technologie, über die bei der Science & Wireless-Tagung 2016 in Australien berichtet wurde , zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Strahlung nicht in den Körper der Mobilfunknutzer eindringt, sondern gänzlich von der Haut absorbiert wird. Dass Problem besteht jedoch darin, dass es gegenwärtig keinerlei Erkenntnisse darüber gibt, wie hoch die Strahlenabsorption der Haut sein darf, ohne dass sie und die mit ihr in enger physiologischer Verbindung stehenden inneren Organe des menschlichen Körpers in Struktur und Funktion Schaden nehmen. Wie schon bei der Einführung der Mobilfunkgenerationen G1 bis G4 geht die Mobilfunkindustrie davon aus, dass diesmal bei G5 erst recht nicht mit biologischen Wirkungen von Relevanz für die Entstehung von gesundheitlichen Störungen zu rechnen ist. Dass sie sich bei den vorausgegangenen Mobilfunkgenerationen G3 und G4 ganz erheblich geirrt hat, scheint sie allmählich, wenn auch sehr widerwillig, zur Kenntnis zu nehmen.

Dieser sich andeutende Prozess der Erkenntnis, der den Schluss zulässt, dass den bisher geltenden Grenzwerten der Hochfrequenzstrahlung entsprechend den Ergebnissen der unabhängigen Forschung keine Schutzfunktion zukommt, dürfte auch die Erklärung dafür sein, warum sich die Veröffentlichung der Umwelt- und Gesundheitskriterien der WHO jahrelang verzögert hat. Die Zuverlässigkeit der Grenzwerte wird von der Mobilfunkindustrie, der WHO und insbesondere der ICNIRP, die für ihre Erstellung verantwortlich ist, vermutlich wider besseres Wissen immer noch mit allen Mitteln verteidigt. Die Zulassung der gegenwärtig ge-nutzten Mobilfunkgenerationen G3 und G4 beruht nämlich auf der Einhaltung der bestehenden Grenzwerte. Zugeständnisse an den Stand der wissenschaftlichen Forschung sind von ihnen wohl erst zu erwarten, wenn die neue völlig anders geartete G5-Technologie, für die es noch keine Richtlinien gibt, einsatzbereit sein wird. Dies wird, wie Dariusz Leszczynski annimmt, in ein bis zwei Jahren der Fall sein. Mit der Einführung der G5-Technologie, über deren biologische und gesundheitliche Wirkungen gegenwärtig so viel wie nichts bekannt ist, wird das Spiel der Mobilfunkindustrie mit der Gesundheit der Menschen von vorne beginnen. Institutionelle Korruption, der sie ihren Aufstieg zur wirtschaftlichen Großmacht mit verdankt, nimmt - wenn es denn sein muss - auch Menschenopfer in Kauf.

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