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Vorwort


Die Gründung der Stiftung Pandora erfolgte aufgrund der Erfahrungen, die Wissenschaftler immer dann machen müssen, wenn ihre Forschung zu Ergebnissen führt, die den Interessen von Politik und Wirtschaft im Wege stehen. Die Geschichte der Wissenschaft liefert zahllose Beispiele dafür, dass sie von den Mächtigen der Gesellschaft, von Personen ebenso wie von Organisationen, nach Belieben missbraucht wird und dass es genug Wissenschaftler gibt, die sich willig missbrauchen lassen.

Die Idee einer Stiftungsgründung ging von den gegenwärtigen Mitgliedern des Stiftungsrates aus, die sich intensiv an der öffentlichen Auseinandersetzung um mögliche gesundheitliche Risiken elektromagnetischer Felder, insbesondere der Mobilfunkstrahlung, beteiligt haben. Sie mussten feststellen, dass Politik und Wirtschaft die Bevölkerung in Sicherheit wiegen und gemeinsam die Mobilfunktechnologie stetig weiter ausbauen, obwohl zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen auf mögliche gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung hinweisen. Da der gegenwärtige Wissensstand in diesem Bereich nach wie vor dürftig und das Interesse der Industrie und ihrer Verbündeten an der Klärung der offenen Fragen bescheiden ist, ist unabhängige Forschung dringend erforderlich.

Sucht man nach den Gründen für das bisherige Versagen der Wissenschaft beim Nachweis oder Ausschluss eines gesundheitlichen Risikos für die Menschen, liegt die Erklärung auf der Hand. Die Industrie hat Mitte des vergangenen Jahrhunderts das gewaltige wirtschaftliche Potential der technischen Nutzung elektromagnetischer Felder erkannt, wollte sich aber durch frühe Warnungen vor möglichen Risiken für die Gesundheit der Menschen bei der Anwendung nicht behindern lassen. Durch rücksichtlose Lenkung der Forschung in ihrem Sinne ist ihr dies bis heute weitgehend gelungen. Dass sie sich dabei auch auf die Unterstützung von Seiten der Politik stets verlassen konnte, sollte im Hinblick auf deren wirtschaftspolitische Bedeutung niemanden überraschen.

Was für den Mobilfunk gilt, kann auch auf die Bereiche Atomkraft, Gentechnologie, Zuverlässigkeit und Sicherheit von Medikamenten, usw. übertragen werden. Allzu oft zeigen die wenigen unabhängigen Untersuchungen, dass wir in manchem, was Politik und Wirtschaft als sicher erklären, so sicher nicht sein können und dass wir teilweise bewusst über bestimmte Gefahren und Risiken im Unklaren gelassen werden. Die Methoden zur Steuerung der Forschung in die gewünschte Richtung sind immer die gleichen: Der unabhängigen Forschung werden die Mittel verweigert, um von Anfang an Forschungsergebnisse zu verhindern, die mit den eigenen Interessen nicht in Einklang zu bringen sind. Sollte dieses Vorgehen einmal nicht zum Erfolg führen, werden unwillkommene Forschungsergebnisse als Junk Science abgetan. Von der Politik werden kommerzielle Interessen in der Regel aufs Freundlichste bedient, während über Gesundheit, Umwelt und Zukunft aufs Fahrlässigste verfügt wird.

Eine weitere Entwicklung in diese Richtung gilt es in unser aller Interesse zu verhindern. Deshalb will die Stiftung Pandora die Pandora der griechischen Mythologie dazu bewegen, das mit unkontrolliertem technischem Fortschritt einhergehende Unheil in ihrer Büchse zurückzuhalten, diese aber für den Segen des kontrollierten technischen Fortschritts so weit wie möglich zu öffnen. Um dies mit Erfolg zu tun, ist die Stiftung Pandora auf die Spendenbereitschaft der Bürger Europas angewiesen. Dabei gilt, dass mit vielen kleinen Beträgen genauso viel bewirkt werden kann wie mit wenigen großen.